Daten zeigen an, doch Entwicklungen brauchen Wege und Menschen – was sich 2026/27 in Berlin in puntco Schulvertrag ändert
Schulverträge sind in Berlin nicht neu – neu ist seit 2026 die gesetzliche Pflicht, ihn abzuschließen. Der Schulvertrag ist eine Ziel- und Leistungsvereinbarung, dessen Grundlage das Berliner Indikatorenmodell ist – ein digitales Analyse- und Steuerungsinstrument der Schulaufsicht in Berlin, das schulspezifische Daten und Kennzahlen übersichtlich aufbereitet.
Dazu kommt der neue § 9a des Schulgesetzes, beschlossen am 9. Juli 2026. Schulen erheben nun einmal im Schuljahr mit standardisierten Tests den Lernstand in Deutsch und Mathematik. In den Jahrgangsstufen 4 und 9 gibt es in diesem Schuljahr erstmals Wiederholungstestungen.
Berliner Schulen bekommen also mehr Daten als je zuvor. Was sie damit anfangen, regelt kein Gesetz. Darum geht es in diesem Beitrag.
Daten sind ein Anzeiger…
…ein Indikator oder Gradmesser. Das Testergebnis zeigt an, wo sich ein genauerer Blick lohnt. Warum die Zahl so ausfällt und was zu tun ist, sagt sie nicht.
Genau darin liegt ihr Wert. Wenn die Leseergebnisse eines Jahrgangs deutlich abfallen, ist das ein Anlass, dort ein Ziel zu setzen und eine Strategie zu entwickeln. Die Zahl gibt den Anstoß, die Antwort kommt aus dem Kollegium.
Erst die Richtung, dann die Messung
Wer gezielt Daten erheben will, braucht vorher eine Richtung. Eine Schule, die ihre Entwicklungsschwerpunkte kennt, weiß auch, welche Daten sie dafür hinzuziehen und welche sie getrost liegen lassen kann.
Fehlt die Richtung, wird der Schulvertrag zur Reaktion auf die auffälligste Zahl im Datenblatt. Dann bestimmt das, was sich leicht messen lässt, woran die Schule arbeitet.
Ein Beispiel: Will eine Schule das selbstgesteuertes Lernen stärken, hilft ihr ein Mathematiktest allein wenig. Sie braucht eigene Anhaltspunkte, etwa Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler oder Beobachtungen aus dem Unterricht. Ebenso ist Benchmarking für Schulen nicht zwingend gut, denn Standortfaktoren spielen eine große Rolle.
Wovon Schule lebt
Schule lebt von Beziehung. Sie lebt davon, dass ein Kollegium gemeinsam klärt, was es für seine Schülerinnen und Schüler erreichen will. Und sie lebt davon, dass die Verantwortlichen sich überlegen, welche Maßnahmen dafür ganz konkret helfen.
Der Deutsche Schulpreis zeigt das jedes Jahr. Am 29. September 2026 ging der Hauptpreis an die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf. Die Jury stellt die Unterrichtsqualität in den Mittelpunkt, also die Frage, wie eine Schule Lehren und Lernen gestaltet.
Hessens Bildungsminister lobte, was gute Schule „auch unter der systematischen Nutzung von Daten“ leisten kann. Das Wort „auch“ trifft es. Die ausgezeichneten Schulen nutzen Daten, aber getragen werden sie von Menschen, die wissen, wohin sie wollen. Es geht nicht alles gleichzeitig, sondern wie die Preisträgerschulen zeigen, kann Schule idealerweise an Schwerpunkten arbeiten.
Was wir beitragen und wie wir Sie entlasten
Schule auf dem Weg wertet keine Daten aus. Wir begleiten den Schritt davor und den Schritt danach.
- Wir schauen den Status Quo an und ermitteln dann mit Schulleitung und Kollegium, wo es hingehen soll, was ein passendes Leitbild sein kann oder an welcher Stelle Schwerpunkte gesetzt werden sollen.
- Wir moderieren den Prozess, in dem ein Kollegium sich auf diese Ziele verständigt.
- Wir helfen, die Ziele so zu fassen, dass sie sich in Erhebungen und im Schulvertrag abbilden lassen.
So wird der Schulvertrag zu dem, was er sein soll: eine Vereinbarung über Ziele, die die Schule selbst gewählt hat.
Quellen
Weitere Blog-Artikel
Daten zeigen an – Entwicklungen brauchen Wege und Menschen – was sich 2026/27 in Berlin in puntco Schulvertrag ändert
Schulverträge sind in Berlin nicht neu, fast alle öffentlichen Schulen haben einen. Neu ist seit 2026 die gesetzliche Pflicht, ihn abzuschließen. Der Schulvertrag ist eine Ziel- und Leistungsvereinbarung, dessen Grundlage das Berliner Indikatorenmodell ist – ein digitales Analyse- und Steuerungsinstrument der Schulaufsicht in Berlin, das schulspezifische Daten und Kennzahlen übersichtlich aufbereitet.
Dazu kommt der neue § 9a des Schulgesetzes, beschlossen am 9. Juli 2026. Schulen erheben nun einmal im Schuljahr mit standardisierten Tests den Lernstand in Deutsch und Mathematik. In den Jahrgangsstufen 4 und 9 gibt es in diesem Schuljahr erstmals Wiederholungstestungen.
Berliner Schulen bekommen also mehr Daten als je zuvor. Was sie damit anfangen, regelt kein Gesetz. Darum geht es in diesem Beitrag.
Daten sind nur ein Anzeiger. Warum die Zahl so ausfällt und was zu tun ist, sagen sie nicht.
Genau darin liegt ihr Wert. Wenn die Leseergebnisse eines Jahrgangs deutlich abfallen, ist das ein Anlass, dort ein Ziel zu setzen und eine Strategie zu entwickeln. Die Zahl gibt den Anstoß, die Antwort kommt aus gezielten Entwicklungsschwerpunkten zur Unterrichtsqualität, ganz individuell und bedarfsgerecht.
Schule entlasten – Vom Loslassen und Umdenken
De-Implementierung heißt loslassen und umdenken. Wer sich entlasten will, sollte sich Zeit nehmen und überlegen: Wie könnte es anders und leichter gehen? Wo gibt es Ansatzpunkte und Hebel für Entlastungen?
Neue Lern- und Prüfungsformate – Chancen für gutes Lernen und echte Entwicklung
Die Art und Weise, wie in Schule gelernt und geprüft wird, steht aktuell in einer grundlegenden Diskussion: Klassische schriftliche Tests, zeitlich fixierte Prüfungen und einseitige Wissensabfragen verlieren ihre alleinige Legitimation. Stattdessen rücken lernprozessbegleitende, kompetenzorientierte und authentische Formate in den Mittelpunkt – passend zu den Anforderungen einer vernetzten, digitalisierten und komplexen Welt.
Welche guten Gründe gibt es für neue Prüfungsformate? Wie können Schulen den Weg hin zu lernprozessbegleitenden, reflexiven, kompetenzorientierten Formaten erfolgreich und nachhaltig beschreiten?
Lernen und Lehren in einer Kultur der Digitalität
Die Digitalisierung hat bereits viele Aspekte des Lebens, der Arbeit und des Alltags vom Analogen ins Digitale transformiert. Und dieser Trend wird anhalten und sich sogar noch beschleunigen. Das analoge Zeitalter geht zu Ende. Wir alle leben längst in einer Kultur der Digitalität. Diese Entwicklung stellt Schulentwicklung vor neue Herausforderungen und wirft die Frage auf: Wie gelingt Lernen und Lehren an unserer Schule in einer Kultur der Digitalität?
Unser Studientag: Digitalisierung gemeinsam voranbringen
Bei Themen zur Digitalisierung an Schulen gerät man rasch in eine Diskussion mit digitalen Untiefen, in der es dann nur noch um „0“ oder „1“ geht: Handyverbot „ja“ oder „nein“, „Apple“ oder „Microsoft“, „Bring Your Own Device“ (BYOD) oder „School Device“. So erging es einer Schulleitung, als sich das Kollegium zusammensetzte und sich rasch in einer solchen Auseinandersetzung „Apple“ oder „Microsoft“ wiederfand, die unlösbar war und das Kollegium spaltete. Das hinterließ Opfer und Verletzungen. Die Schulleitung handelte klug, indem sie das Thema auf einen nahenden Kollegiumstag vertagte und versprach, hierzu externe Moderation hinzuzuziehen. Und so konnte sie mit dem Kollegium die Digitalisierung gemeinsam voranbringen.
Trotz alledem: Ein Plädoyer für mutige Schulentwicklung in schweren Zeiten
Schulentwicklung heißt: Eine attraktive Zukunft gemeinsam gestalten. Schulen entwickeln sich nicht automatisch in eine positive Richtung – sie entwickeln sich in die Richtung, auf die wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Deshalb:
• Richten Sie den Blick auf Ihre Potentiale, Stärken und Ressourcen.
• Erzählen Sie sich von Erfolgen und Momenten des Gelingens und wie sie diese vermehren können.
• Schaffen Sie Räume für Sinn, Energie und gemeinsame Entwicklung.
Partizipativ entscheiden – echte Beteiligungskultur in der Schule
In allen Bundesländern ist die Beteiligung von Schüler:innen gesetzlich verankert – meist über Schulgesetze und Verordnungen zur Schülervertretung (SV).
Diese Vielfalt zeigt: Der rechtliche Rahmen ist wichtig, aber ausschlaggebend für lebendige Beteiligungskultur ist das, was Schulen daraus machen. Partizipation entfaltet dort ihre Wirkung, wo sie mit Haltung, Mut und Offenheit gelebt wird – unabhängig davon, was „Pflicht“ ist.
Partizipationsmöglichkeiten der Schülervertretungen sind ein entscheidender Bestandteil demokratischer Bildung und eine praktische Übung in Mitverantwortung. Je stärker die Beteiligung von Schüler:innen im schulischen Alltag verankert ist, desto selbstverständlicher erleben sie sich als Teil einer demokratischen Gemeinschaft. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung ist es zentral, jungen Menschen konkrete Erfahrungen mit Mitbestimmung, Aushandlung und Verantwortung zu ermöglichen.
Dazu bieten wir in diesem Blog fünf konkrete Vorschläge.
Einführung kollegialer Fallberatung
Was tun, wenn man bei einem komplexen Problem nicht weiterkommt? Wenn eine Entscheidung schwerfällt oder ein Konflikt belastet? Oder Verunsicherung im Bezug zur eigenen Unterrichtspraxis besteht? Oft hilft der Blick von außen – am besten von Menschen, die die eigenen Herausforderungen ziemlich gut kennen und das sind Kolleg:innen.
Die kollegiale Fallberatung findet in der Regel selbstständig und ohne Moderation von außen statt. Sie dient dazu, Feedback und Beratung zu erhalten, um gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Wenn die Methode gut etabliert ist, kann sie gewinnbringend für die Fallgeber:innen und die kollegialen Berater:innen.
Systemische Supervision für Schulen zur Schulentwicklung
Systemische Supervision arbeitet sowohl auftragsbezogen als auch prozessorientiert. Teilnehmer der Supervision werden als Experten ihrer Person und ihrer Arbeit betrachtet und stehen im Dialog mit den Supervisoren als Unterstützter. Sie bringen u.a. eine Außenperspektive auf individuelle, fachliche und institutionelle Kontexte ein und machen durch systemische Fragestellungen Interaktionen, Muster und Prozesse sichtbar. Unterschiede können wahrgenommen werden. Damit gelingt es zu erkennen, was verändert und was beibehalten werden kann und soll.
Gemeinsam zum Durchbruch: Konflikte in der Schule mit Dynamic Faciltitation lösen
Schulen sind komplexe Systeme, die sich ständig im Wandel befinden. Konflikte, festgefahrene Herausforderungen und scheinbar unlösbare Probleme können den Schulalltag und die Schulentwicklung belasten. In solchen Momenten wächst der Wunsch nach einer nachhaltigen Lösung – nach einem echten, unerwarteten Durchbruch, der neue Wege eröffnet und Hoffnung schenkt. Unser Angebot: Ein Workshop in der Haltung des Dynamic Facilitations.