Leitbild und Schulprofil mit Leben füllen und pflegen
Schulen schmücken sich auf ihren Internetseiten mit Leitbildern und Schulprofilen. Nicht selten hat man viel Arbeit in die Entwicklung gesteckt, schließlich sollten sich möglichst alle damit identifizieren können. Dann war die Erleichterung groß, als das Leitbild endlich online gestellt werden konnte.
Ihr Leitbild ist so wertvoll, weil es das Positive in den Blick nimmt.
Ein Leitbild wirkt nach außen. Darum soll attraktiv sein und Eltern anziehen, genau diese Schule für ihre Kinder zu wählen. Im Leitbild wird ein Purpose, also ein Sinn und Zweck formuliert. Er gibt Antworten auf die Fragen „Wozu gibt es uns?“ und „Was zeichnet unsere Schule aus und macht sie besonders?“.
Zugleich wirkt ein Leitbild nach innen und ist ein Versprechen. An ihm wird die Schule und vor allem die Schulentwicklung ausgerichtet und beobachtbar. Es formuliert, woran sich das tägliche Handeln und Zusammenwirken aller orientieren soll.
Leitbild und Schulprofi bergen ein großes Potenzial für die Identitäts- und Kulturentwicklung Ihrer Schule.
Aber ist ihre Schule glaubwürdig? Ist drin, was draufsteht? Wird das Leitbild gelebt? Was ist heute noch wichtig? Welche Bedeutung hat das eine oder andere noch in unserer heutigen Zeit? Was sollte neu in den Fokus genommen und ergänzt werden?
Es genügt nicht, das Leitbild gut sichtbar auf die Homepage und in den Fluren auszuhängen. Auch reicht es nicht, das Leitbild den neuen Eltern, Kolleginnen und Kollegen als farbiges PDF-Dokument zuzusenden. Es braucht mehr, damit sich ihre Schule daran und dorthin entwickelt.
Es ist nicht notwendig, ein in die Jahre gekommenes Leitbild über den Haufen zu werfen und ein Neues zu entwerfen. Viel wichtiger ist es, kontinuierlich daran zu arbeiten, es mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln. So wird es zum wichtigen Leitstern für die Schulentwicklung.
Wollen Sie das Leitbild Ihrer Schule lebendig, sichtbar und erlebbar machen?
Dann gilt es, das Leitbild immer wieder ins Bewusstsein zu rufen und zu vergemeinschaften. Dazu ist es sinnvoll, regelmäßig in der Schulleitung und mit dem Kollegium darüber ins Gespräch zu kommen – am besten anhand von Leitfragen: Ist unser Anspruch noch zeitgemäß? Wo leben wir diesen Anspruch? Wo werden wir ihm (noch) nicht gerecht? Woran merken Eltern, Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen im täglichen Umgang miteinander, dass wir diese oder jene Aussage aus unserem Leitbild ernst nehmen? Welche Aspekte des Leitbildes können wir noch in unserem Alltag sichtbarer und erlebbarer machen? Solche Fragen regen im Kollegium das Denken darüber an, wohin die gemeinsame Sehnsucht in Sachen Schulentwicklung sich ausrichten möchte.
Wir unterstützen Sie bei der Planung und Gestaltung eines dialogischen Kollegiumstages zur Verlebendigung Ihres Leitbildes und Schulprofils.
So machen Sie Ihr Leitbild und Ihr Schulprofil zum vitalen Gesprächs- und Gedankenanstoß. Seien Sie gespannt, was passiert. Mit Leichtigkeit und im gemeinsamen Dialog entstehen neue Einsichten und Energien für Aktionen und Initiativen.
Ein Leitbild ist ein Ideal. Menschen sind nicht perfekt. Doch Kollegien wachsen an der Frage: Wie können wir im Hinblick auf unser Leitbild und Schulprofi noch besser und glaubwürdiger werden?
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Die Digitalisierung hat bereits viele Aspekte des Lebens, der Arbeit und des Alltags vom Analogen ins Digitale transformiert. Und dieser Trend wird anhalten und sich sogar noch beschleunigen. Das analoge Zeitalter geht zu Ende. Wir alle leben längst in einer Kultur der Digitalität. Diese Entwicklung stellt Schulentwicklung vor neue Herausforderungen und wirft die Frage auf: Wie gelingt Lernen und Lehren an unserer Schule in einer Kultur der Digitalität?
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Bei Themen zur Digitalisierung an Schulen gerät man rasch in eine Diskussion mit digitalen Untiefen, in der es dann nur noch um „0“ oder „1“ geht: Handyverbot „ja“ oder „nein“, „Apple“ oder „Microsoft“, „Bring Your Own Device“ (BYOD) oder „School Device“. So erging es einer Schulleitung, als sich das Kollegium zusammensetzte und sich rasch in einer solchen Auseinandersetzung „Apple“ oder „Microsoft“ wiederfand, die unlösbar war und das Kollegium spaltete. Das hinterließ Opfer und Verletzungen. Die Schulleitung handelte klug, indem sie das Thema auf einen nahenden Kollegiumstag vertagte und versprach, hierzu externe Moderation hinzuzuziehen. Und so konnte sie mit dem Kollegium die Digitalisierung gemeinsam voranbringen.
Trotz alledem: Ein Plädoyer für mutige Schulentwicklung in schweren Zeiten
Schulentwicklung heißt: Eine attraktive Zukunft gemeinsam gestalten. Schulen entwickeln sich nicht automatisch in eine positive Richtung – sie entwickeln sich in die Richtung, auf die wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Deshalb:
• Richten Sie den Blick auf Ihre Potentiale, Stärken und Ressourcen.
• Erzählen Sie sich von Erfolgen und Momenten des Gelingens und wie sie diese vermehren können.
• Schaffen Sie Räume für Sinn, Energie und gemeinsame Entwicklung.
Partizipativ entscheiden – echte Beteiligungskultur in der Schule
In allen Bundesländern ist die Beteiligung von Schüler:innen gesetzlich verankert – meist über Schulgesetze und Verordnungen zur Schülervertretung (SV).
Diese Vielfalt zeigt: Der rechtliche Rahmen ist wichtig, aber ausschlaggebend für lebendige Beteiligungskultur ist das, was Schulen daraus machen. Partizipation entfaltet dort ihre Wirkung, wo sie mit Haltung, Mut und Offenheit gelebt wird – unabhängig davon, was „Pflicht“ ist.
Partizipationsmöglichkeiten der Schülervertretungen sind ein entscheidender Bestandteil demokratischer Bildung und eine praktische Übung in Mitverantwortung. Je stärker die Beteiligung von Schüler:innen im schulischen Alltag verankert ist, desto selbstverständlicher erleben sie sich als Teil einer demokratischen Gemeinschaft. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung ist es zentral, jungen Menschen konkrete Erfahrungen mit Mitbestimmung, Aushandlung und Verantwortung zu ermöglichen.
Dazu bieten wir in diesem Blog fünf konkrete Vorschläge.
Einführung kollegialer Fallberatung
Was tun, wenn man bei einem komplexen Problem nicht weiterkommt? Wenn eine Entscheidung schwerfällt oder ein Konflikt belastet? Oder Verunsicherung im Bezug zur eigenen Unterrichtspraxis besteht? Oft hilft der Blick von außen – am besten von Menschen, die die eigenen Herausforderungen ziemlich gut kennen und das sind Kolleg:innen.
Die kollegiale Fallberatung findet in der Regel selbstständig und ohne Moderation von außen statt. Sie dient dazu, Feedback und Beratung zu erhalten, um gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Wenn die Methode gut etabliert ist, kann sie gewinnbringend für die Fallgeber:innen und die kollegialen Berater:innen.
Systemische Supervision für Schulen zur Schulentwicklung
Systemische Supervision arbeitet sowohl auftragsbezogen als auch prozessorientiert. Teilnehmer der Supervision werden als Experten ihrer Person und ihrer Arbeit betrachtet und stehen im Dialog mit den Supervisoren als Unterstützter. Sie bringen u.a. eine Außenperspektive auf individuelle, fachliche und institutionelle Kontexte ein und machen durch systemische Fragestellungen Interaktionen, Muster und Prozesse sichtbar. Unterschiede können wahrgenommen werden. Damit gelingt es zu erkennen, was verändert und was beibehalten werden kann und soll.
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